Mittwoch, 20. April 2016

Zerschottern oder naturbelassen ? Die Peißnitznordspitze

Der Weg auf der Nordspitze
Das Naturschutzgebiet „Nordspitze Peißnitz“ ist 11,60 ha groß und liegt auf 75 m ü. NN und damit im Überflutungsgebiet der Saale. Der Weg auf der Nordspitze der Peißnitz war zuerst nur ein kleiner Trampelpfad am Ufer der Saale. Durch ihn wurde das Naturschutzgebiet betrettbar und erlebbar. Durch intensive Begehung (Spaziergänger, Jogger, Fahrradfahrer) hat sich in den letzten Jahren ein fast fahrstraßenbreiter Weg herausgebildet (siehe Foto). Die Hochwasser 2011 und 2013, beide überfluteten die Nordspitze, haben den naturbelassenen Weg nicht beeinträchtigt. Er wird nass und er wird wieder trocken. Es passiert gar nichts. Die einzige Veränderung der letzten Jahre war die Verbreiterung durch ausgiebige Nutzung.

 Die Pläne der Stadt: Wird die Nordspitze zerschottert?

um den von uns rotmarkierten Weg geht es
 Nun gibt es Pläne von Stadtrat und -Verwaltung (Ausführender) diesen Weg mit sogenannten "Flutmitteln" hochwassersicher zu gestalten, d.h. mit einer festen Decke zu versehen und zu schottern. Es wäre ja schade, wenn diese Mittel verfallen würden. Was heißt das aber? Das heißt, es muss mit schweren Gerät in das Naturschutzgebiet gefahren werden, um den Weg so zu gestalten, wie geplant. Das halten wir für übertrieben und nicht verhältnismäßig. Die Natur wird gestört, der Weg zerschottert und der Effekt ist, was das Hochwasser betrifft, minimal. Eher ist davon auszugehen, dass die Schotterschicht abgetrieben und verteilt wird. Statt einem hochwassersicheren Weg, wie er jetzt im natürlichen Zustand besteht, wird also am Ende ein hochwassergefährdeter Weg entstehen. Durch beide Nachteile (1. Naturzerstörung, 2. kein Effekt auf Hochwassergefährdung) haben bereits mehrere Firmen, die den Auftrag hätten annehmen können, dankend abgelehnt. Arbeiten im Naturschutzgebiet sind erfahrungsgemäß heikel und versprechen Ärger. Und ob Jogger, Fahrradfahrer und die Barfußwanderer den Schotter so gern haben?
Barfußwanderer lieben den naturbelassenen Weg: Das ist gesund!

Und nun auch noch der Biber

Der haut ganz schön rein: Biberspuren auf der Nordspitze
Die Biberspuren auf der Peißnitz haben wir hier bereits auch dokumentiert. Nun wurde der Biber aber auch mit Hilfe von Fotofallen an der wilden Saale zweifelsfrei nachgewiesen,  hier bei der MZ zu sehen . Und jetzt möchte doch keiner den lieben Biber an der Saale stören, oder? Vielleicht verändert dies die Situation noch einmal und verschärft das Problem. Neugestalten des Weges mit Verdichtungs- und Deckmaterial geht eben nur mit schweren Gerät. Aber das stört nicht nur die vulgäre Natur im Naturschutgebiet, sondern auch die besonders zu schützende Natur, sozusagen die Elite-Natur in Form von Freund Biber. Und was sagen die Baumschützer dazu, dass der Racker sich an den ganzen Bäumen vergreift?

Bohlenweg wie bei den alten Slawen?

Meine Idee wäre ja, einen Bohlenweg durch das Gebiet zu bauen, wenn schon Flutmittel ausgegeben werden müssen. Aber auch dafür wäre wohl heutzutage schweres Gerät notwendig, während unsere slawischen Vorfahren dies noch mit Mannes- (und Frauen-) kraft zu erledigen gewußt hätten. Am Ende wäre es am Besten, den Weg so zu lassen, wie er jetzt ist. Da geht noch so manches Hochwasser drüber. Nichts wird geschehen.

Denken der Rio und seine Ente

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