Montag, 18. Januar 2016

Von Saaleschwimmern, Hausbesetzern, neuen Brücken und Tolkien-Kitsch

Unser erster Eintrag im neuen Jahr. Da gibt es einige spannende Sachen zu erzählen. Der Gimritzer Park wird im April fertig (hoffentlich), aber ab März kommt eine weitere Baumaßnahme in Parknähe hinzu. Die Gutsbrücke, die die wilde Saale überquert, soll bereits ab März abgebrochen werden, hier nachzulesen ... Hoffentlich kommen sich beide Bautrupps bei der Terminnähe nicht in die Haare.

Ab in die kalte Flut

dachten sich die Saaleschwimmer und schwammen die beachtliche Strecke vom Saalestrand bis zu den Klausbergen bei 3,5 Grad Wassertemperatur. Respekt! Das war auf jeden Fall ein toller Start in das neue Jahr für die Saaleschwimmer.

Andere Leute müssen dagegen Häuser am Fluss besetzen. Sie brauchen Platz, sagen sie selbst. Dieses neue Wohnprojekt hat, obwohl die Anwohner dagegen sind, inzwischen eine vertragliche Duldung erfahren. Die Anwohner befürchten Veranstaltungslärm und Übergriffe der linksextremistischen Szene. Die haben ansscheinend Halle mit Hamburg verwechselt. Die CDU Halle meint, eine Hausbesetzung wäre kein demokratisches Mittel. Die Ente meint, ein Haus leerstehen zu lassen, ist dagegen unanständig in einer Demokratie. 

Tolkien-Kitsch

In der Talstraße ganz nabe bei der Saale (und manchmal in der Saale) hat der Kunstverein im Dezember eine neue Sonderausstellung eröffnet, die vom 10. Dezember 2015 bis 17. April 2016 zu besichtigen ist. Öffnungszeiten und Eintrittspreise direkt beim Kunstverein. Die Mischung von Werken der Romantik aus der Region mit Gemälden, die vom Herrn der Ringe inspiriert sind, mag für die Ausstellungsmacher seinen Reiz gehabt haben, aber so richtig hat sich der Sinn dieser Mischung dem Auge des Betrachters nicht erschlossen. Oder sollte der Besucher herausfinden, was kitschiger ist, die Bilder der Romantik, die man immerhin noch historisch reizvoll finden konnte, oder die Tolkien-Kitsch-Gemälde von Paul R. Gregory, die keinesfalls die beeindruckenden "Herrn der Ringe"-Filme beeinflusst haben, wie die Ausstellungsmacher meinen. Die Filmproduktion hatte mit John Howe  immerhin einen der großen Tolkien-Illustratoren gewonnen, der für beide Trilogien das Design-Konzept ablieferte. Aber der Film soll natürlich nicht der Maßstab sein. Immerhin gibt es eine Menge Künstler, die sich am Herrn der Ringe versucht haben, darunter die malende Königin Magarethe, die das Cover für die dänische Ausgabe lieferte. Der Herr der Ringe liefert breiten Raum für viele Interpretationen. Gregory gehört sicherlich zu denen, die ich trotz opulenter Farb- und Bildgestaltung für am wenigsten gelungen halte. Er verkitscht das Werk. Das wird noch übertroffen von den vielen geschmacklosen Rahmen, die sicherlich zusammen mit dem Bild ein Gesamtwerk bilden sollten und am Ende nur eins schaffen: Tolkien-Kitsch, fast schon zum Weglaufen. Schade, das hat der Herr der Ringe nun wirklich nicht verdient.

Und die Ente und der Rio sind Fans