Dienstag, 31. März 2015

AHA zieht die falschen Schlüsse

Paddler befinden sich mitten auf dem Fluss ...

Der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder AHA argumentiert weiter gegen das neue Wassertourismuskonzept der Stadt und zerrt dafür Baumarbeiten und Hüttenbau auf der Nordspitze der Peißnitz (Naturschutzgebiet) hervor, siehe hier ... 
Den Hüttenbau beobachte ich bereits seit zwei Jahren auf der Nordspitze der Peißnitz und ich kann mir nicht vorstellen, dass dies dem AHA mit seinen aufmerksamen Baumschützeraugen noch nicht aufgefallen ist. Warum werden diese Aktivitäten jetzt auf einmal hervorgeholt und zwar mit der festen Absicht ein Konzept zu torpedieren, dass für eine Stadt am Fluss wichtig und gut ist? Ich habe noch niemals gehört, dass der AHA etwas gegen Angler oder Fahrradfahrer gesagt hat, was haben die Auen- und Baumschützer gegen Paddler, die bei Durchfahren weder an den Baum noch ans Ufer kommen (denn Anlanden ist im Naturschutzgebiet verboten und auch nur schlecht möglich) ? Warum spricht der AHA nicht die Menschen an, die tagtäglich auf der Nordspitze Fahrradtfahren, Joggen, Spaziergehen und ihre Kinder durch die Büsche jagen? Was haben diesem Verein die Wassertouristen getan? Ich weiß es nicht, ich finde die Argumente nicht nur an den Haaren herbeigezogen, sondern bereits eine große Hetze gegen andere Naturfreunde, die im Grunde genommen die besten Verbündeten des AHA sein könnten. Deswegen zum Mitschreiben, lieber AHA: Paddler befinden sich mitten auf dem Fluss, fällen keine Bäume und bauen auch keine Hütten!
Dies ins Stammbuch geschrieben von Rio und seiner Ente

Mittwoch, 11. März 2015

Freitag, 6. März 2015

Das Wassertourismuskonzept der Stadt Halle

Aber lassen wir den Deichunsinn dieser Tage hinter uns, da dieser für eine Insellage ohnehin wenig bis gar nicht relevant ist. Stattdessen möchten wir uns dem nun vorliegenden Wassertourismuskonzept der Stadt Halle widmen, das wir bereits hier einforderten.

Bestandsaufnahme und Maßnahmenkataloge


Nun liegt das Wassertourismuskonzept der Stadt Halle also vor und wir können uns dem Konzept mit dem Titel "Stadt am Fluss" ausführlich widmen. Mit 25 Seiten Umfang überfordert es niemanden, zumal bis S. 16 eine Bestandsaufnahme ders Wassertourismus in Halle ist, die bei guter Kenntnis der Sachlage auch übersprungen werden kann. Für die ganz eiligen Leser empfiehlt sich ein Blick in die Maßnahmenkataloge auf Seite 24 u. 25.

Ehrgeizige Ziele ...

Vorrangiges Ziel ist der Aufbau eines attraktiven wassertouristischen Revers für Fahrgastschifffahrt, Motorboote und Kanuten mit lückenloser Infrastruktur und einer Vernetzung der Teilgebiete.
Karte 1, Quelle: Stadt Halle
so heißt es im Konzept. Sehr ambitioniert werden als zukünftige Nutzergruppen Flusskreuzfahrtschiffe, Kajüt- bzw. Motorboote und Kanus bzw. Paddelboote ausgemacht. Im Flusskreuzfahrtgeschäft macht man sich wegen der beschränkten Schleusengröße keine Illusionen. Der Verkehr mit Kajüt- bzw. Motorbooten könnte durch die Verbesserung der Infrastruktur des Sophienhafens verstärkt werden. Es gibt da nur eine klitzekleines Problem: Der Sophienhafen befindet sich in Privatbesitz, doch geht der Eigentümer mit den Entwicklungszielen konform. Doch richtig viel zu holen ist beim Paddeltourismus. Allerdings sind dazu viele Maßnahmen notwendig, um die Attraktivität für Wasserwanderer zu erhöhen, die Öffnung der Elisabethsaale und die Freigabe der wilden Saale wären nur Beispiele dafür (siehe weiter Karte 1 aus dem Konzept).

... und viele Pläne

An der Saline soll ein neuer Anleger für Fahrgastschiffe entstehen. Hier könnten sich touristisch neue Möglichkeiten entwickeln. Im Konzept wird die touristische Attraktion von "historischen Salztransporten" angesprochen. Im Segment Kajüt- und Motorboote sind am Standort, der hoffentlich bald vom HFC-Nachwuchszentrum aufgegeben wird, Stellplätze für Bootstrailer und Caravanfahrzeugen vorgesehen. Im Gespräch ist auch, ob die bislang nur durch das Wasser- und Schifffahrtsamt vorhandenen Slipanlagen für Boote einer breiteren Nutzergruppe zugeführt werden können. Auch ein Bootsverleih im Sophienhafen wird angedacht. Die meisten Pläne betreffen die Paddler:

Seitenarme der Saale öffnen oder nicht?
Karte 2, Quelle: Stadt Halle

Neben der Öffnung der Elisabethsaale (siehe Karte 1) sind auch die Öffnungen weiterer Nebenarme ganz oder teilweise in Planung (siehe Karte 2). Dafür sind noch einige Steine, wie im Konzept geschildert, aus dem Weg zu räumen. Insgsamt soll aber in Zukunft die Attraktivität durch Rundkurse um die Saaleinseln verstärkt werden. Was der Naturschutz dazu meint, haben wir bereits hier diskutiert und dazu gibt es auch bereits eine akt. Stellungnahme. Wir würden besonders diesen Teil des Konzeptes sehr gerne unterstützen. Klar ist, dass die Öffnung der Seitenarme nur für Paddler zugelassen wird. Die Motorboote verbleiben auf dem Hauptarm! Für die Öffnung der Seitenarme der Saale gibt es von uns also ein ganz klares Ja. 

Weitere Angebote und Finanzierung

 Bemängelt wird im Konzept das mangelnde gastronomische Angebot auf der Salineinsel. Allerdings betreffen konkrete Überlegungen im Moment nur den Sophienhafen. Überlegungen Hausboote statt Ausbau von Campingplätzen anzubieten, begrüßen wir. Dafür muss aber wohl ein Betreiber gefunden werden. Die Verknüpfung von Wassertourismus mit Kulturangeboten begegnen wir mit einiger Skepsis. Ggf. muss ganz einfach mehr Kultur am Fluss stattfinden. Das Peißnitzhaus mit seinem umfangreichen Kulturangebot geht hier einen guten Weg.

Und wie werden die Maßnahmen des Konzeptes nun finanziert? Dazu kommen wir wieder auf die anfangs erwähnten Maßnahmekataloge zurück, die sich in kurzfristige und mittel- bzw. langfristige Realisierungsprojekte aufgliedern. Nehmen wir zwei Beispiel heraus: Für die  Öffnung der wilden Saale wird als kurzfristiges Projekt eine FFH-Vorprüfung durchgeführt, die die Stadt mit 5.000 Euro aus Eigenmittel bezahlt. Eine Grundberäumung der wilden Saale betrifft die Finanzierung durch die Fluthilfemaßnahmen Nr. 96 und Nr. 153 von jeweils 5000 Euro aus Mitteln der Fluthilfe. Die vollständige Öffnung der wilden Saale wird mit zwei Jahren prognostiziert. Die Kosten tauchen bereits in den kurzfristigen Projektkosten auf. Im Klartext: Ggf. könnte eine Umrundung der Peißnitzinsel im Jahr 2017 erstmals Realität werden.

Ein wichtiger Schritt

Halles Verwaltung hat die Bedeutung der Saale für die Stadtentwicklung und den Tourismus erkannt. Das Konzept "Stadt am Fluss" ist ein wichtiger Schritt nicht nur für die touristische Entwicklung der Saaleaue, sondern auch in Hinsicht auf die Lebensqualität der Einwohner der Stadt Halle. Deswegen hoffen wir, dass dies nicht zerredet wird, sondern in vielen wichtigen Punkten umgesetzt werden kann.

Lt. dem Pressesprecher der Stadt, Herrn Bock, soll das hier besprochene Konzept auch im Internet zu finden sein, trotz mehrmaliger Suche war es für mich allerdings nicht zu recherchieren. Wer an dem Konzept Interesse hat, dem leite ich es via Mail gerne weiter. Ein Download ist hier aus rechtlichen Gründen leider nicht möglich.

Euer Rio und seine Ente

Donnerstag, 5. März 2015

Richtigstellung zu einem Leserbrief

Heute erscheint ein von uns angeblich verfasster  "Leserbrief" in der MZ. Dieser Abdruck fand ohne unser Wissen und ohne unsere Genehmigung statt, demzufolge distanzieren wir uns davon und von dem Inhalt. Wir stellen auf jeden Fall fest, dass bei Herrn Glowinski alle Dämme gebrochen sind und er ohne Genehmigung und Autorisierung persönliche Korrespondenzen veröffentlicht. Besonders die namentliche Nennung stellt einen schweren journalistischen Mißbrauch dar.  Die MZ hat den Weg als seriöses Medium anscheinend verlassen oder ist auf dem besten Weg dahin. Der Dammdiskussion hat Herr Glowinski mit diesem Gag einen Bärendienst erwiesen.

Die Ente findet das übrigens auch.

Euer Rio