Freitag, 23. Mai 2014

Ab an die Saale, Meiner!

Passend zum herrlichen Sommerwetter locken nun ca. 140 Plakate unter dem Motto "Ab an die Saale, Meiner" die Hallenser an die Saalestrände und in die Hände der Bootsverleiher. Die ersten Plakate sind bereits im Stadtgebiet zu sehen und es sollen insgesamt 5 Motive sein, die Peißnitz, Ziegelwiese und Saale zum Thema haben. Eine zentrale Rolle spielt dabei "Uns Händel", wobei er beim Grillen reichlich albern wirkt. Entwickelt wurde die Kampagne von Studierenden der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU).

Aber ich möchte nicht an Einzelheiten herummäkeln. Insgesamt ist es eine gelungene Aktion und lockt die Menschen hoffentlich zum Erholen zu uns an die Saale. Und die Kampagne streicht heraus, dass die Wichtigkeit unserer Saaleaue inzwischen auch tief in das Bewußtsein von Instititutionen wie Universität und Stadtverwaltung eingegraben hat. Wie wäre es auch mal mit einer Freilichtuniversität oder eine Freilufthändelei? Wo wohl!? Ab an die Saale, Meiner !

Euer Rio und seine Ente




Freitag, 16. Mai 2014

Die Parteien zum Leben am Fluss

In einer Woche ist Kommunalwahl in Halle (am 25. Mai 2014) und ich habe die Parteien, die sich für den Stadtrat bewerben, angeschrieben, was sie zum Themenkomplex "Leben am Fluss", Wassertourismus und Hochwasserschutz so zu sagen haben. Oder ist den Parteien das alles Ente? Keineswegs! Alle betonen, wie toll und wichtig die Auenlandschaft, die Saale, das Leben am Fluss doch sei. Nach dieser Liebesbekundung in Wahlzeiten die Einzelstellungnahmen (oder auch nicht):

Am schnellsten geantwortet hat Die Linke, schneller als ein gieriger Komoran, aber ist genauso schnell wieder abgetaucht. Ich hörte nie wieder was von denen.

Etwas langsamer war die CDU, aber dafür haben mir gleich zwei Bewerber geantwortet. Das fand ich sehr engagiert. Herrn Julian Rosenberger von der CDU liegt "als Student die Saaleaue und vor allem das Gebiet drum herum sehr am Herzen. Ob zum Grillen auf die Peißnitz, zum Joggen am  Ufer oder einfach nur zum Spazieren gehen; das Gebiet muss erhalten und gesichert werden. ... Die Stadt Halle ist hoch verschuldet. Insofern glaube ich, dass der Wassertourismus ein guter Weg ist, zusätzliche Einnahmen zu generieren. Die Frage ist, wie weit darf man gehen, um nicht die Natur und andere Teilnehmer am Flussverkehr zu gefährden bzw. zu behindern. .... So sehe ich momentan keine Gründe, warum Paddler, bei gebotener Vorsicht gegenüber den im und um das Wasser lebenden Tieren, nicht weitere Saalearme zur Verfügung bekommen sollten. Jedoch gibt es auch Stimmen, die sich dagegen aussprechen; und diese sollten auch ihr Recht darauf bekommen, ihre Gründe darzulegen.

Und was sagt Herr Andreas Scholtyssek auch von der CDU, außer das er sich von mir verunglimpft fühlt, weil ich als mir als freier Bloger eine gewisse Skepsis gegenüber Parteien erlaube:  Leider wurde der geplante Bootsanleger in Innenstadtnähe (MMZ) noch immer nicht realisiert. Zur Nutzung der touristischen Potenziale werden wir uns hierfür einsetzen. In dem Zusammenhang setzen wir uns auch für den Erhalt der Saale als Bundeswasserstraße ein. Bei einer Abstufung wäre die Unterhaltung von Fluss und Schleusen wohl nicht mehr im jetzigen Umfang leistbar und langfristig würde die Befahrbarkeit mit Schiffen eingeschränkt oder gar ganz unmöglich. In den zurückliegenden Jahren ist das Wohnen am Fluss wieder attraktiver geworden. Durch diese erfreuliche Entwicklung finden zahlreiche ruinöse Immobilien neue Nutzungsmöglichkeiten. Die Stadt ist gefordert, solche Entwicklungen positiv zu begleiten. Das Wohnen am Fluss ist natürlich untrennbar mit der latenten Gefahr eines Hochwassers verbunden. Wir als CDU treten für eine Verbesserung des Hochwasserschutzes in der gesamten Stadt ein. Singuläre ad-hoc-Maßnahmen ohne Abstimmung und Konzept lehnen wir ab. Nur mit einem ganzheitlichen und unter allen wesentlichen Akteuren abgestimmten Gesamtkonzept lässt sich der Hochwasserschutz wirksam verbessern.

Als nächstes hat mir jemand von einer kleinen Partei geantwortet, das war Herr Burkhard Bader von der AfD. Auch wenn diese Partei in der Diskussion ist, möchte ich ganz unvoreingenommen seine Stellungnahme wiedergeben: Ein Fluß sollte seinen naturnahen Charakter behalten, seine Ufer sollten deshalb nicht zugebaut werden. Sie sollten für die Öffentlichkeit zugänglich bleiben. Die Peißnitz und die Ziegelwiese erscheinen mir überstrapaziert. Deshalb befürwortet die AfD die Revitalisierung von Pulverweiden und Rabeinsel für Erholungssuchende. Vor 150 Jahren waren diese Inseln beliebte Ausflugsziele. Ausflügler und Sportler verteilen sich auf ein größeres Gebiet, wenn die Zugänge zu den Inseln verbessert werden. Den Wassertourismus möchte die Alternative für Deutschland fördern, indem der Saale-Elster-Kanal bis nach Leipzig vollendet wird und indem der umweltschonende Kanal parallel zum Unterlauf der Saale gebaut wird. ... Der Hochwasserschutz wird zur Zeit von Experten und Bürgerinitiativen diskutiert. Die Ergebnisse liegen noch nicht vor.

Von der FDP und ihrem Kandidaten Peter Kehl bekam ich eine automatische Mail: Er ist gerade im Urlaub. Na, dann viel Spaß! Wenn das allerdings das Engagement für die Stadt Halle sein soll ...

Die Grünen mußte ich auch ganz schön lange bitten und danach wurde ich ganz ausführlich zugetextet. Davon kann ich hier natürlich nur einige Auszüge bringen:  Die Rabeninsel und Teile der Saaleaue und Peißnitz unterliegen dem Naturschutz - so soll es auch bleiben! Die Ziegelwiese entwickelt sich zunehmend zu einem Freizeitraum für die Stadtbevölkerung was zur Steigerung der Lebensqualität beiträgt und wir ausdrücklich begrüßen. Hier - und an weiteren Uferabschnitten der Saale (wie z.B. im Bereich der Klausberge bzw. am Pfälzer Ufer und im Würfelwiesenbereich) - kann die Stadt noch mehr tun privates Engagement zu unterstützen und selbst Initiative ergreifen. Wir wünschen uns weitere Möglichkeiten, den Fluss auch spüren zu können (hier versuche ich Badestellen zu umschreiben) und saisonale Angebote der Gastronomie für Familien und alle Erholungsuchende ...

Zum Leben am Fluss gehört auch das Wohnen in der Nähe der Saale. Hier braucht es soliden aktiven Hochwasserschutz und langfristige Strategien zur Vermeidung von Extremhochwassersituationen. Die grüne Lunge von Halle rund um die Saale ist auch wichtig für das Stadtklima zur Vermeidung von Feinstaub. Wer dort wohnt lebt im Herzen der Stadt. Dazu gehören auch Feiern und Feste im öffentlichen Raum. Hier ist uns eine Interessensabwägung wichtig. Sowohl das Bedürfnis nach Ruhe der Anwohner/innen als auch das Bedürfnis - insbesondere von Jugendlichen - nach Open-Air-Parties liegt uns am Herzen. Das eine sollte nicht gegen das andere ausgespielt werden....

Wir Grünen stehen für einen nachhaltigen Wassertourismus mit klimafreundlicher Bootstechnologie. Wir wünschen uns eine zufriedenstellende Wasserqualität, damit wir auch in der Saale schwimmen können. Wir sind uns sicher, dass die Vereinbarkeit von Wassersport- und Naturschutzinteressen möglich ist und das ein qualitätsvoller und profitabler Wassertourismus mit Naturerlebnis und Naturkontakt unter Wahrung der Naturschutzziele möglich ist...

Die Hochwasser in den Jahren 2011 und 2013 haben uns die Verletzlichkeit unserer Stadt vor Augen geführt... Hier ist zuallererst die Landesregierung gefragt, ihren Aufgaben zum Hochwasserschutz für die Stadt nachzukommen. Oberbürgermeister und Stadtrat müssen sich weiterhin dafür einsetzen. Dabei darf die Verbesserung des technischen Hochwasserschutzes nicht alleine im Vordergrund stehen. Ein nachhaltiger Hochwasserschutz kann nur erreicht werden, wenn überregional Strategien entwickelt und insbesondere Überflutungsflächen geschaffen werden. Die Stadt Halle (Saale) muss die Möglichkeit des Rückbaus von Infrastruktur und Bebauung in Überschwemmungsgebieten prüfen und mittelfristig umsetzen. Das reduziert die Kosten für die Beseitigung von Hochwasserschäden. Wir fordern, dass die Stadtverwaltung ihre Prüfung der Hochwasserverträglichkeit bei Planungen aufgrund der Erkenntnisse aus den letzten Hochwassern anpasst. 

Am Ende hat mich noch eine Mail der Mitbürger erreicht. Die Kandidaten Manfred Sommer und Claudia Cappeller, dieses nette Pärchen auf den Plakaten, senden mir beste Grüße. Und ich dachte schon, ich müßte den Stand auf dem Markt überfallen. Hier die Stellungnahme: „Stadt am Fluss“ heißt Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu einem stimmigen Ensemble mit einander zu verbinden. Der Schutz der einzigartigen Natur mit seinen vielfältigen Rückzugsräumen für seltene Tier- und Pflanzenarten steht somit an oberster Stelle, denn ohne den Erhalt der Auenlandschaft ist auch für den Menschen keine Aufenthaltsqualität denkbar. Natürlich darf man auch nicht außer Acht lassen, dass „Stadt am Fluss“ auch den Aspekt Kulturlandschaft beinhaltet. Ideen sind gefragt. Schließlich ist die Saale für die Hallenserinnen und Hallenser wichtiges Naherholungsgebiet und Touristenmagnet zugleich. Es gibt ja bereits eine Initiative, die einen „Weihnachtsmarkt“ entlang der Saale vorsieht. So wäre auch möglicherweise eine Art saisonale „Kulturmeile“ überlegenswert. Sicher ist auch die Idee interessant, eine Beteiligung an der Bundesgartenschau zu initiieren, jedoch nicht als Blumenschau, sondern als Freiraum und Mitte zwischen Alt- und Neustadt. Auch sollten Überlegungen angestellt werden, wie man die alten Industriebauten entlang der Saale wieder mit Leben füllen könnte ....  Beim Hochwasserschutz gilt es, die bestmögliche Lösung für alle möglichen Betroffenen herbeizuführen. Wir denken, dass ein Neubau des Gimritzer Damms entlang des bisher bestehenden Verlaufs realisiert werden sollte. Alt- und Neustadt müssen bestmöglich geschützt werden. Begrüßenswert ist ebenso der geplante Hochwasserrat. Das ist ein Schritt in die richtige Richtung. So können Fragen und Probleme seitens aller Beteiligter im Vorfeld offen diskutiert werden. Das schafft Vertrauen und eröffnet Wege, künftigen Hochwassersituationen besser gewachsen sein zu können. Die Politik und das Engagement der Bürgerinnen und Bürger der Stadt Halle sind gefordert, damit die „Stadt am Fluss“ nicht mehr ein leerer Begriff bleibt, sondern mit Lebendigkeit gefüllt werden kann und für Mensch und Natur gleichermaßen einen Lebensraum darstellt.

Den Mitbürgern kann ich schon nachsehen, dass sie etwas langsamer antworten und eine Woche vor der Wahl war doch noch rechtzeitig. Aber von welcher Partei habe ich gar keine Antwort erhalten, noch nicht einmal eine automatische Urlaubnachricht? Richtig, die Partei SPD, der Halle so wichtig ist, das sie darüber nicht mal einen kleinen Fluss-Bloger und seiner dummen Ente antworten mag. Riesige Plakate, eine Heerschar von Kandidaten, aber nicht mal die Tasten zur Antwort bewegen können. Ich sehe, liebe SPD, Halle ist euch so wichtig, dass Euch Anfragen von Blogern (das sind auch Wähler und keine Bots) am roten Dingsda vorbeigehen. War ehrlich gesagt zu erwarten. Wenn ich nicht wüßte, was für ein netter alter Knabe Karamba ist, wärt ihr für mich schon lange in den Tiefen der Saale versunken. Ganz ehrlich! Es waren im übrigen SPD-geführte Verwaltungen, denen Halle so wichtig war, dass sie in den letzten Jahren Halle bis zum Hals ins Wasser geführt haben und nicht nur bei Hochwasser ... Nun kann sich jemand wirklich verunglimpft fühlen.

War mir ein Vergnügen, Euer Rio

Mittwoch, 14. Mai 2014

Am Peißnitzhaus entsteht ein Klangpark

 Der Bundestagsabgeordnete Herr Dr. Diaby eröffnet am 15.05.2014 um 10 Uhr das Projekt von Jugendlichen "Metallophon - ein Klangpark für Halle" am Peißnitzhaus ein. Der Klangpark wurde von Jugendlichen unter der Anleitung von Herrn Andreas Dose, Mitarbeiter der FAA Bildungsgesellschaft mbH, Standort Halle, erdacht und errichtet.  
Gedacht ist der Klangpark besonders auch zur Entspannung von Kindern und Jugendlichen von ihrem zunehmend stressigen Alltag. Der Klangpark wird die ganze Inselwelt der Peißnitz um eine weitere Attraktion bereichern. 

Die Welt ist Klang. Auf der Peißnitz wird  es wahr gemacht. Ich freue mich darauf.

Euer Rio

Freitag, 9. Mai 2014

Halle nur Kulisse für einen schlechten Krimi?

Das Urteil des "Fernsehgerichts" der Zeitschrift "Stern" ist hart und gerecht:
Dieser Film ist vorsätzliche Körperverletzung. Ein wirklich schwerer Fall. Mildernde Umstände liegen nicht vor.
Tja, und im Film selbst fällt das Urteil der später umgebrachten Hannah:
Zorn, Du bist ein Versager im Bett
Ich könnte anfügen: Zorn, Du bist ein Versager im Krimi. An den Schauspielern lag es jedenfalls nicht. Diese haben beeindruckend gespielt und rausgeholt, was rauszuholen war. Das war leider nicht viel. Mitleid hatten die fiesen Fernsehrichter vom Stern geradezu mit Katrin Bauerfeind (Hannah). Diese durfte hauptsächlich offenherzig den Zorn anschmachten. Der Rest des Personals kann in wenigen Worten zusammengefaßt werden: Zorn,"als Bulle das Allerletzte" (Die Welt), sein Büttel Schröder, ein dicker Scherenschnitt-Assistent, ein fieser Staatsanwalt und zwei Bundeswehrkameraden von ihm, die auch nicht mehr alle Pfannen auf dem Dach haben, denn das wissen wir ja: "Soldaten töten". Oh, ich habe es so satt: Wenn ein paranoischer Mörder im Fernsehkrimi auftritt, war er vorher beim Bund. Wir haben anscheinend irgendwie das Vietnam-Trauma von unseren Verbündeten genetisch vererbt bekommen, oder was?

Und das Mordmotiv?

Auch wenn das Ganze in den Blutlachen, am Wehr deponierten Frauenkörpern, aufgehängten Staatsanwälten etc. unterging: Krimis leben natürlich von einem Mordmotiv: Habsucht, Eifersucht, Rache, Vertuschung etc. Es gab zwar eine Auflösung und ein "Grande Finale", aber so richtig wurde nicht klar, warum eigentlich das Blutbad nötig war. Oder muss das einfach so sein, wenn alte Bundis aus der Spur geraten? (siehe oben). Ich hatte den Eindruck, für eine ordentliche Auflösung der Zusammenhänge war einfach keine Zeit mehr.

Wie kam Halle dabei weg?

Natürlich besteht Halle nur aus Verfall und Plattenbauten, aus denen Schränke herausgeworfen werden. Ausgeblutete Frauenleichen an der Saale sind mir sowas von vertraut, dass ich noch nicht einmal aufsehe, wenn ich beim Paddeln vorbeikomme. Scherz beiseite: Von der Hochstraße zu filmen und die Franck. Stiftungen nicht als Kulisse zu nehmen, stattdessen lieber die Neubaublocks zeigt die Absicht des Filmteams. Es sollte hier ein ganz bestimmtes Bild vermittelt werden: Das ist nicht das von Halle als grünste Stadt Deutschlands mit zwei Burgen und einer beeindruckenden Altbausubstanz, sondern das Bild von der grauen Diva mit ihrem Plattenbaupanzer und den Ruinenzähnen, dort wo es immer grau ist und immer regnet, auch wenn die Feuerwehr dafür sorgen muss. Der Proll-Ermittler, zudem faul wie den Hartz4-Empfängern (also der Bevölkerung von Halle) nachgesagt wird, paßt da gut ins Bild. Na gut, Zorn ist nicht der Barnaby aus Halle, aber manchmal wünscht man sich schon so was, aber Barnaby darf höchstens in Freiburg ermitteln, niemals in Halle. Gottbewahr!

Ich frage mich die ganze Zeit: Ist die literarische Vorlage so schlecht wie die Verfilmung? Als Werbung für einen "Zorn-Krimi" in Buchform ist der MDR-Krimi jedenfalls nicht geeignet. Oder ist das Ganze Satire gewesen?

Kurz: Schauspieler sehr gut, Figuren mangelhaft, filmische Umsetzung ausreichend, Mordmotiv: schlecht umgesetzt, Kulisse (Halle): schlecht getroffen, Umsetzung der literarischen Vorlage: kann nicht beurteilt werden. Also sehr schade. Der MDR brachte die alten Halle-Klischees in die ARD. Wie meine Tochter kurz murrte: Wenn von Leipzig ein Krimi kommt, wird in schicken Gründerzeitvillen gedreht, Halle funktioniert nur mit Hochstraße und Plattenbauten. So ist das!

Euer Rio

Freitag, 2. Mai 2014

Stadt bestätigt Planung für einen Hochwasserrat

Hochwasser in Halle Juni 2013, Überflutung von Gut Gimritz drohte
Wie uns der Pressesprecher der Stadt Halle, Herr Bock, soeben bestätigte, plant die Stadt die Einrichtung eines Hochwasserrates und möchte nach Fertigstellung einer Vorlage diese dem Stadtrat vorlegen. Über die Zusammenstellung dieses Gremiums und seine Befugnisse ist noch nichts bekannt. Die Initiativen wie z.B. "AHA" begrüßen die Einrichtung eines Hochwasserrates.

Handelt der Stadtrat verantwortungslos?

Man kann den Vorwurf des OBs verstehen: Bereits nach dem Hochwasser im Januar 2011 konnte der Stadtrat sich nicht auf Maßnahmen zum Schutz der Stadt vor Hochwasser einigen. Und nach der Megaflut im Juni 2013 ist bereits fast wieder ein Jahr vergangen. Erst jetzt bringt sich der Stadtrat ins Gespräch. Nun ist die Beteiligung der Stadt am Deichbau nur im Absprache mit der Landeseinrichtung LHW möglich. Das Problem der Eissporthalle ist auch noch nicht geklärt. Die Befugnisse bez. Mitsprachemöglichkeiten des Stadtrates bei der Hochwasserprävention sind mir nicht ganz klar und dem Stadtrat anscheinend auch nicht. In der Unterschätzung der Hochwassergefahr nach 2011 und der Fokussierung in einen Konflikt mit der Verwaltung nach 2013 handelte der Stadtrat sehr nachlässig und muss ich diesen Vorwurf nun gefallenlassen. D.h. aber nicht, dass der neue Stadtrat nicht diese Aufgabe verantwortungsvoll angehen könnte und nicht alles zerstritten wird. Wir dürfen diese Hoffnung äußern. Und dementsprechendes von den Bewerbern einfordern!

Neues von den Parteien

Noch haben mir nicht alle Parteien geantwortet. Deswegen möchte ich inhaltlich noch nichts darstellen. Ein Vertreter der CDU wies mich aber darauf hin, dass er sich durch den Begriff "Parteisoldat" verunglimpft fühlt. Ich antwortete, dass die Bedeutung durch den Duden auf jemanden hinweist "...der seiner Partei in meist langjähriger Arbeit treue Dienste geleistet hat" (Duden online). Eine Verunglimpfung kann ich darin nicht sehen. Mir wäre es natürlich lieber, ein Kandidat für den Stadtrat würde dem Bürger der Stadt Halle in meist langjähriger Arbeit treue Dienste leisten. Aber ist das mit dem System einer Parteiendemokratie nicht zuviel verlangt?

fragt sich der Rio