Mittwoch, 30. April 2014

Von der Saalenymphe, einem Hochwasserrat und den Parteien


Wollustig reckt sich die Saalenymphe dem interessierten Spaziergänger an der Saale entgegen. Die Skulptur ist von Klaus-Dieter Gerlang erstellt worden und ist direkt an der Badestelle an der Ziegelwiese beim Einfluss des Mühlgrabens zu bestaunen. Das hat schon empörte Anfragen bei der Stadt ausgelöst und einen Artikel in der hiesigen Tageszeitung. Das Motto war: Da könne ja jeder kommen und Kunst aufstellen! Im Prinzip kann das tatsächlich jeder, wenn die Genehmigung des Eigentümers vorliegt. Und die lag vor! Und über Kunst kann man sich immer streiten. Wünschen wir der Nymphe also Glück am Saalestrand und viele Verehrer ihrer vollen Schönheit...

Hochwasserrat statt Hochwasserstammtisch

Werden wir wieder ernsthaft: Hätte Ob Bernd mal meine Bitte vom Dezember um einen Hochwasserstammtisch aufmerksamer registriert, dann wäre dieser Gegenwind geringer. Nun ist es die Initiative Hochwasserschutz Altstadt, die einen zeitweiligen Hochwasserrat fordert, hier nachzulesen ..
Herr Krause von der Koalition der Enttäuschten, der sich jahrelang keine Gedanken gemacht hat, was Hochwasser, Hochwasserschutz etc. ist und das es evt. notwendig wäre ein Konzept dazu für eine an einem Fluss befindliche Stadt zu entwickeln, findet das nun fürchterlich gut. SPD-Krause setzt sich für Bürgerbeteiligung ein, da muss etwas verdächtig sein! Oder ist es das schlechte Gewissen, dass er selbst jahrelang nichts getan hat? Nein, wir haben Wahlen, das ist der Grund. Und da muss man als SPD-Mann das gut finden, was man eigentlich nicht gut findet und nach der Wahl auch getrost wieder vergessen möchte. Bei solchen Fürsprechern mache ich mir Sorgen um die Einsetzung eines Hochwasserrates oder Hochwasserstammtisches, den ich grundsätzlicsh gut finde. Wobei ich mich natürlich frage, warum nicht der Stadtrat endlich ein Hochwasserkonzept für die Saalestadt erarbeitet. Schon mal daran gedacht? Oder möchte man nach den Wahlen seinen einzigen Sinn darin sehen, dem
OB das Leben schwer zu machen?

Und da wir gerade bei der Politik sind. Drei Parteien haben mir schon geantwortet: Die Linke war am schnellsten, hat aber zur Sache noch nichts gesagt. Wird vielleicht bis zur Wahl noch was. Die CDU landete auf dem zweiten Platz. Wow! Die Antwort war aber noch nicht sehr sachkundig. Da frage ich weiter nach. Geantwortet hat mir auch die AfD mit viel Inhalt und Sachkenntnis. Darauf gehe ich noch später ein, wenn ich auch natürlich nicht mit einzelnen Standpunkten überein stimme.

Maskottchen für den Blog

Am Ende möchte ich die freudige Botschaft verkündigen, dass der Blog "Leben am Fluss" ab heute ein Maskottchen hat. Es ist die Bade- u. Saaleente Rio. Hier zu sehen:
Herzlich Willkommen liebe Ente Rio


Freitag, 25. April 2014

Radverkehr und Saalerradwanderweg in Halle

... waren das Thema des Saalestammtisches im April 2014. Herr Bucher war geladen, dem Saalestammtisch darüber eine kleine Einführung zu geben. Zu seiner Person: Herr Bucher ist Radverkehrsbeauftragter der Stadt Halle und somit zuständig für die Radwege und für den Abschnitt des Saaleradwanderwegs, der durch die Stadt Halle führt. Den Ausbau des Radwegenetz  Halle führt er mit folgenden Saale auf: Zur Wende waren es 30 km Radwege, heute verfügen wir bereits über 100 km Radwegnetz. Zum Vergleich: Freiburg gibt sein Radwegnetz auf der I-Seite der Stadt mit über 400 km  an. Es gibt also noch viel zu tun, aber das ist Herrn Bucher auch bewußt. Doch das war nur Thema am Rande.

20 Jahre Saaleradwanderweg

Der Hauptvertrag ging um den Verlauf des Saaleradwanderweg durch die Saalestadt. 1990 kam es zur Gründungsidee eines Radwegs an der Saale, grenzverbindend von Hof über Thüringen bis nach Naumburg. Aber erst 1994 kam es zur eigentlichen feierlic en Einweihung. Das Büro der Geschäftsstelle der AG Saaleradwanderweg entstand in Naumburg. Halle war anfangs nicht dabei. Erst 1997 kam es zum Beitritt der Stadt Halle. Halles Eröffnung war 1998. Inzwischen verlaufen 22 km der 427 km des Radweges durch die Saalestadt. Nicht immer ist der Verlauf in Halle ganz optimal. Daran ist nicht nur die Stadt schuld, sondern Faktoren wie die zwei Hochwasser 2011 und 2013 müssen auch berücksichtigt werden, wenn Strecken nicht im guten Zustand sind oder umgeleitet werden müssen. Die Politik wünscht sich zudem eine bessere Einbeziehung der Altstadt. Inzwischen ist der Saaleradwanderweg 20 Jahre als (oder älter) und die AG dazu wird sich in diesem Jahr zu einem Verein verwandeln. Die Geschäftsstelle ist deswegen bereits nach Jena umgetzogen. Zum Radverkehr in Halle und dem Saaleradwanderweg gibt es die I-Seite www.radverkehr.halle.de

Kommunalwahlkampf und Walpurgisnacht

Noch etwas, das nichts mit dem Radverkehr zu tun hat, aber mehr mit der Saale. Es ist nicht zu übersehen: Wir haben Kommunalwahlkampf. Die Parteien machen mobil, um in den Stadtrat zu kommen. Das wird für mich die Gelegenheit, bis zur Wahl einmal herum zu fragen, wer sich für die Saaleaue, Peißnitz, Wassertourismus, kurz: Das Leben am Fluss einsetzen möchte. Über das Ergebnis werde ich an dieser Stelle dann informieren. Ich bin auf die Phrasen der Parteisoldaten schon gespannt.

Und am Ende dieser Blogerei gibt es noch einen Veranstaltungstipp: Walpurgisnacht am Peißnitzhaus (Mittw., 30.4., 2014, 20.00 Uhr) mit dem Chor MissKLANG aus Halle:

MissKLANG wird Lieder/Texte singen/sprechen zu: Natur, Sonne, Frühling,  Licht, Dunkelheit, Liebe, Ver-rückt-sein, Anderssein... und welche aus der Geschichte - Volkslieder, Hildegard von Bingen, Francois Villon, Felicitas Glück... mit diesen Liedern feiern wir die Kreisläufe und das Erwachen der Natur - die natürliche Kreativität des Lebens. Manche der Lieder eignen sich sehr gut für Kreistänze... wie z.B. Mother I feel you - ein Lied und ein Tanz der NA-Natives für den Respekt gegenüber unserem Planeten Erde, der auch gut für Kinder geeignet ist. Wir sind gespannt auf kreative Besucher_innen.

Der Eintritt ist frei, es wird aber um Spenden gebeten. Viel Spaß dabei!

wünscht Euer Rio

Donnerstag, 17. April 2014

Meinung des Naturschutzverbandes AHA zum geplanten Deich

Nicht versäumen möchte ich, die Meinung des Naturschutzes zum Deichbau "Gimritzer Damm" hier zu erwähnen. Der AHA fordert, gegen den Strich gebürstet, ganz andere Massnahmen, als die bereits bestehende Planung des LHA (hier erwähnt). Angesichts der vielen Flächen, die der Stadt Halle in einer in Abbau befindlichen Stadt zur Verfügung stehen, ist der Gedanke des Rückbaus im Auenwaldgebiet nicht ganz von der Hand zu weisen. Diese Gedanken hätten bereits nach 2003 oder spätestens nach 2011 auf den Tisch bemußt. Ich persönlich weiß, wer darüber ja nicht nachdenken wollte. Soweit zur Verantwortung für die Stadt, nicht wahr, Frau Szabados? Das LHW kommt eher nach Deichgrafenmanier daher und für andere Gedanken ist, so scheint es, jetzt kein Platz und keine Zeit mehr... Schade, eigentlich hätten wir diese Zeit gehabt. Da können sich außer Frau S. eine Menge Verantwortliche in Land und Stadt an die unverantwortliche Nase fassen. Aber Fehler einzusehen ist in der Politik leider nicht möglich, das wäre tödlich, und deswegen geschieht es ganz selten oder gar nicht...
hier jedenfalls die Ideen des AHA...  Dafür ist es leider zu spät.  (wer das alte Lied von Queen kennt, bitte im Hintergrund anmachen und herzlich schniefen).

Euer Rio

Donnerstag, 3. April 2014

LHW-Chef Henning mahnt Gesamtlösung für den Hochwasserschutz in Halle an

Die Informationsveranstaltung des Landesbetriebes für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LHW) fand, wie angekündigt, am Mi. 02. April um 18 Uhr statt. Der Saaleuferblog war mit vor Ort. Die Händelhalle war gefüllt, aber sie war nicht gut gefüllt. Viele Hallenser und besonders die aus Halle-Neustadt verpaßten die Chance, sich aus erster Hand über den Neubau des Gimritzer Dammes zu informieren. Immerhin kam auch der Oberbürgermeister Wiegand mit kleinem Stab und hörte interessiert zu. Es begann mit einleitenden Worten vom LHW-Chef Henning. Herr Friedrich stellt im anschließenden Vortrag den Neubau des Gimritzer Damms so vor, wie er bereits an einigen Orten im kleinen Kreis vorgestellt worden ist (siehe hier im Blog).

Schutzziel Halle-Neustadt + Eissporthalle und Festwiese

Er stellte uns die Schutzziele und Voraussetzungen vor. Wobei die Bauvoraussetzung HQ100 bzw. DIN-Norm 19712 auch in der späteren Diskussion nicht vollständig aufgelöst bzw. erklärt werden konnte. Bemüht und verzweifelt wirkte sein Exkurs zu Retentionsraum, der bereits im Vorfeld geschaffen werden muss. Wie er die angrenzenden Bundesländer Thüringen und Sachsen dazu bringen möchte, eben diesen Retentionsraum für Überflutungen zu schaffen, damit die Ballungsräume glimpflicher davonkommen, ist mir ein Rätsel geblieben. Es wirkte ein wenig wie das Rufen im dunklen Walde. 

Rote Linie bleibt!

Abgesehen von einem Zuckerstückchen für Gut Gimritz, es wird eine Autorampe neben dem Fluttor am Damm geben, hat sich an der Planung (rote Linie) nichts geändert. Die Ausbuchtung um die sogenannte Festwiese und die Eissporthalle bleibt. Die bereits erörterte Kombination aus Deich und Hochwassermauer bleibt ebenso. Viel Liebe verwendete Herr Friedrich für die Vorstellung von Begrünung für die Betonwand/Hochwasserschutzwand. Die Vermutung, dass die Wand ein Paradies für unsere Sprayer wird, nahezu ungestört, liegt näher.

Strömungsverhältnisse anders als berechnet?

Nach Herr Friedrich durfte sich Frau Dr. Scholz kompetent und ausführlich zu den Strömungsverhältnissen äußern. So erfuhren wir, dass beim Hochwasser 2013 die ungeheuren Wassermassen von 905 Kubikmetern pro Sekunde durch das Tal strömten. Das höchste errechnete HQ100 sieht dagegen nur 770 Kubikmeter pro Sekunde vor. Hier hat auch da LHW dazulernen müssen. Allerdings blieb bei aller kompetenten Berechnung schon ein Zweifel bei diesen Ausführungen, denn an Stellen, an denen Frau Dr. Strömung berechnete, war nach meiner Erinnerung keine und an deren Stelle dafür massive Strömung. Haben wir hier ein Theorie-Praxis-Problem? Oder wurden Dinge wie Gimritzer Parkmauer etc., die zu einem Staussee-Effekt im Park führt, schlichtweg nicht berechnet. Die Befürchtung der Altstädter, dass hier Verschlechterungen für die Altstadt weggerechnet werden, kann ich dagegen nicht teilen. Das liegt im minimalen Bereich.

Für LHW vorrangig der Gimritzer Damm wichtig

Auch die anschließende Diskussion brachte nichts Neues. Allerdings sah sich Herr Hennig irgendwann genötigt auszuführen, dass das LHW nur den Auftrag hat, den Gimritzer Damm in Ordnung zu bringen. Man könne sich keinesfalls in die kommunale Politik einmischen. Allerdings mahnte er eine Gesamtlösung für den Hochwasserschutz in Halle an. Selbstverständlich werde sich das LHW an dieser Diskussion beteiligen. Aber vorrangig sei jetzt der Neubau der Anlage Gimritzer Damm. Wann dieser nun endlich errichtet wird, erfuhren die Zuhörer konkret nicht. Gerichtliche Auseinandersetzungen wg. dem Projekt sind außerdem zu befürchten, aber wenig hilfreich.

Euer Rio