Freitag, 29. Juli 2016

Letzter Blogeintrag

Jetzt heißt es nach über drei Jahren Abschied nehmen. Seit Febr. 2013 wurde hier vom Flussufer geblogt. Wir sind gemeinsam abgesoffen (Hochwasser), haben uns wegen des Deiches gestritten und uns auch wieder vertragen. Künftig sind alle Nachrichten vom Flussufer im Hallespektrum zu finden. Wir danken den uns bislang (größtenteils) unbekannten Lesern.

Rio und seine Ente sagen Tschüüüüüüüüüüüüüüüssss!

Dienstag, 3. Mai 2016

Schotter oder nicht Schotter


um diesen Weg geht es


der Weg um die Nordspitze der Peißnitz 

Eine Menge Maßnahmen auf der Peißnitz sind mit Hilfe der sogenannten "Flutmittel" wiederhergestellt worden, wie z.B. die Erneuerung der Gutsbrücke sind dies sinnvolle Maßnahmen, die der Stadtrat von Halle beschlossen hat. Ebenso plant die Stadtverwaltung im Auftrag des Stadtrates, den Weg um die Nordspitze der Peißnitz, wie der Beigeordnete Stäglin ausführte, mit einer "sogenannten wassergebundenen Decke" zu versehen. Das Projekt ist mit 228 000 Euro aus dem Fluthilfefonds zur Beseitigung von Hochwasserschäden veranschlagt. Eine Menge Geld für einen bislang bestehenden "Waldweg" (MZ Halle). Davon einmal abgesehen, dass diese Baumaßnahmen in einem Naturschutzgebiet mit schweren Gerät (wie sonst?) vorgenommen werden sollen, in dem sich gerade eine Biberfamilie angesiedelt hat, sind sie auch völlig sinnfrei, denn weder schützt so eine Schotterdecke vor Hochwasser, noch ist sie an dieser Stelle angebracht. 

 Matsch auf dem Weg und das ist gut so!
ein Waldweg ist eine Waldweg, Foto: A. Kreutzfeldt

Der Weg war seit ca. 1993 in diesem naturnahen Zustand, ein Waldweg, wie bereits festgestellt wurde. Die Hochwasser 2003, 2011 und 2013 haben ihn nicht beeinträchtigt. Er ist keineswegs verwahrlost. Er kann mal matschig werden. Vielleicht ist er dann nicht mit jedem Schuhwerk oder bei jedem Wetter begehbar. Aber das ist gut so. Es handelt sich um ein NSG, nicht um einen Park. Wer mag, soll kommen, alle anderen dürfen auch wegbleiben, es gibt noch eine Menge guter Wege auf der Peißnitz (oder sie werden gerade wieder hergestellt).

Wir haben im Kontakt mit dem Stadtsprecher versucht herauszufinden, auf welcher Grundlage der Weg saniert werden soll. Denn das vor den großen Hochwassern hier einer Schotterdecke vorhanden gewesen sein soll, stimmt unserer Meinung nach nicht, aber wir lassen uns gerne belehren. Leider ist bis jetzt keine Stellungnahme erfolgt. Schade. Deshalb bleibt es dabei: Ein Waldweg ist ein Waldweg ist ein Waldweg. Und so sollte es auch bleiben....

... finden der Rio und seine Ente



 

Mittwoch, 20. April 2016

Zerschottern oder naturbelassen ? Die Peißnitznordspitze

Der Weg auf der Nordspitze
Das Naturschutzgebiet „Nordspitze Peißnitz“ ist 11,60 ha groß und liegt auf 75 m ü. NN und damit im Überflutungsgebiet der Saale. Der Weg auf der Nordspitze der Peißnitz war zuerst nur ein kleiner Trampelpfad am Ufer der Saale. Durch ihn wurde das Naturschutzgebiet betrettbar und erlebbar. Durch intensive Begehung (Spaziergänger, Jogger, Fahrradfahrer) hat sich in den letzten Jahren ein fast fahrstraßenbreiter Weg herausgebildet (siehe Foto). Die Hochwasser 2011 und 2013, beide überfluteten die Nordspitze, haben den naturbelassenen Weg nicht beeinträchtigt. Er wird nass und er wird wieder trocken. Es passiert gar nichts. Die einzige Veränderung der letzten Jahre war die Verbreiterung durch ausgiebige Nutzung.

 Die Pläne der Stadt: Wird die Nordspitze zerschottert?

um den von uns rotmarkierten Weg geht es
 Nun gibt es Pläne von Stadtrat und -Verwaltung (Ausführender) diesen Weg mit sogenannten "Flutmitteln" hochwassersicher zu gestalten, d.h. mit einer festen Decke zu versehen und zu schottern. Es wäre ja schade, wenn diese Mittel verfallen würden. Was heißt das aber? Das heißt, es muss mit schweren Gerät in das Naturschutzgebiet gefahren werden, um den Weg so zu gestalten, wie geplant. Das halten wir für übertrieben und nicht verhältnismäßig. Die Natur wird gestört, der Weg zerschottert und der Effekt ist, was das Hochwasser betrifft, minimal. Eher ist davon auszugehen, dass die Schotterschicht abgetrieben und verteilt wird. Statt einem hochwassersicheren Weg, wie er jetzt im natürlichen Zustand besteht, wird also am Ende ein hochwassergefährdeter Weg entstehen. Durch beide Nachteile (1. Naturzerstörung, 2. kein Effekt auf Hochwassergefährdung) haben bereits mehrere Firmen, die den Auftrag hätten annehmen können, dankend abgelehnt. Arbeiten im Naturschutzgebiet sind erfahrungsgemäß heikel und versprechen Ärger. Und ob Jogger, Fahrradfahrer und die Barfußwanderer den Schotter so gern haben?
Barfußwanderer lieben den naturbelassenen Weg: Das ist gesund!

Und nun auch noch der Biber

Der haut ganz schön rein: Biberspuren auf der Nordspitze
Die Biberspuren auf der Peißnitz haben wir hier bereits auch dokumentiert. Nun wurde der Biber aber auch mit Hilfe von Fotofallen an der wilden Saale zweifelsfrei nachgewiesen,  hier bei der MZ zu sehen . Und jetzt möchte doch keiner den lieben Biber an der Saale stören, oder? Vielleicht verändert dies die Situation noch einmal und verschärft das Problem. Neugestalten des Weges mit Verdichtungs- und Deckmaterial geht eben nur mit schweren Gerät. Aber das stört nicht nur die vulgäre Natur im Naturschutgebiet, sondern auch die besonders zu schützende Natur, sozusagen die Elite-Natur in Form von Freund Biber. Und was sagen die Baumschützer dazu, dass der Racker sich an den ganzen Bäumen vergreift?

Bohlenweg wie bei den alten Slawen?

Meine Idee wäre ja, einen Bohlenweg durch das Gebiet zu bauen, wenn schon Flutmittel ausgegeben werden müssen. Aber auch dafür wäre wohl heutzutage schweres Gerät notwendig, während unsere slawischen Vorfahren dies noch mit Mannes- (und Frauen-) kraft zu erledigen gewußt hätten. Am Ende wäre es am Besten, den Weg so zu lassen, wie er jetzt ist. Da geht noch so manches Hochwasser drüber. Nichts wird geschehen.

Denken der Rio und seine Ente

Freitag, 18. März 2016

Schwanzmeisen statt brauner Saale

Schwanzmeise an der Futterstelle, oft kommen sie zu fünft oder sechst in der Dämmerung
Statt über die Deutschnationalen zu schreiben, die als braune Sosse die Saalegegend überschwemmt haben, siehe Wahlergebnisse, die MZ spricht von einer gespaltenen Stadt, widmen wir uns angenehmeren Einwohnern am Saaleufer. Seit wenigen Jahren sind neben den üblichen Singvögel auch Schwanzmeisen in der Saaleaue zu Hause. Wenn wir es genau nehmen, sind die Schwanzmeisen keine Meisen, sondern bilden eine eigene Familie mit Namen Aegithalidae innerhalb der Ordnung der Sperlingsvögel. Bei uns kommt die lebhaft weiß, schwarz und rötlich gezeichnete Schwanzmeise (Aegithalos caudatus) vor, oft vermischen sich verschiedene Farbformen. Es ist ein sehr kleiner Vogel, im Vergleich zu den Meisen zierlich, gut erkennbar ist sein Schwanz. Zuerst war es nur ein Paar, das bei uns regelmäßig auftauchte, nun fallen die Schwanzmeisen bereits vergleichbar mit den Spatzen in Gruppen von 5 - 6 Tieren ein, evt. sind es auch noch mehr. An der Saale haben wir also eine Menge Meisen, eine davon hätten die Wähler uns aber ersparen können.

Rio und seine Ente

Freitag, 11. März 2016

Was wählen am Fluss... (Direktkandidaten)

Viele Parteien verderben den Fluss ???
Was wählen am Fluss? Hier der Wahlkreis 36 u.a. Halle-Saaleaue. Dabei gilt es auch immer zu bedenken, welche Kandidat hat die besten Chancen, damit meine Erststimme nicht verfällt. Ist dieser Kandidat denn noch mit den eigenen Überzeugungen zu vereinbaren.
Nehmen wir zum Beispiel Frank Sitta, cooler Kandidat der auferstandenen neuerdings LSD-farbenen FDP: "...ich lese keine Bücher aus Papier komplett und das ist auch wahnsinnig toll." (Quelle: Interview im Hallespektrum), kann das ein Bücherliebhaber natürlich nicht mit sich in Einklang bringen. Menno, der Typ sitzt auf dem Foto vor einer Bücherwand, findet es aber "wahnsinnig toll" Bücher nur kurz aufzuschlagen! Was ist die Bücherwand für ihn? Deko. oder die Angelegenheit seiner Frau/Partnerin? Aber zum Thema: Was sagt er zur Saale: "Ich liebe meine Heimatstadt Halle und dort ganz besonders die Saaleaue mit der Peißnitzinsel" (Quelle: Interview auf wahlinfo+). Das kann einen ja direkt wieder versöhnen.
Aber kommen wir jetzt zum Platzhirsch: Marco Tullner von der CDU, ein sportlicher Typ, der in der Halle-Lounge des HFC seinen eigenen Spind hat, um dort seinen Fahrradhelm zu deponieren. Er ist Staatssekr. im Ministerium für Wissenschaft und Wirtschaft von Sachsen-Anhalt und hat bereits zweimal den Wahlkreis gewonnen. Ehrenamtlich unterwegs ist der Mann, nimmt mich natürlich ein, weil er das Peißnitzhaus (Danke für das Bekenntnis) und die Latina u.a. unterstützt. Aber das macht ihn natürlich zum Typus des Politikers, der überall ist und nirgendwo richtig. Aber vielleicht schafft er es ja doch, er ist ja ein sportlicher Typ, wie gesagt. Das Foto auf der Ehrenamtseite (s. hier ) von Herrn Tullner atmet den Flair der 50. Jahre. Hoffentlich ist nicht sein ganz Engagement so. Tullner hat eine enge Beziehung zur Saale, mit seinem Engagement für das Peißnitzhaus unterstützt er diesen Lebensraum lebendiger zu gestalten.
Ob Laubenpieperin Katja Pähle von der SPD, endlich eine weibliche Kandidatin, sich gegen den oben genannten Platzhirsch durchsetzen kann, glaube ich nicht. Die ganze Sozialdemokratie ist perspektivlos und ohne politisches Profil. Lokal hat die Szabados-SPD-Ära Stillstand bedeutet. Aber bleiben wir fair, Frau Pähle möchte etwas im Landtag bewirken. Pähle engagiert sich auch, besonders in der Freiwilligenagentur. Die Saale spielt bei ihr keine Rolle.
Eine weitere DirektKandidatin ist Sarah Heinemann von den Linken. Mit 27 Jahren noch ein Politikküken. Sie hat sehr konkrete Vorstellungen, was die Saale betrifft: "Durch meinen Wahlkreis schlängelt sich die Saale. 2013 haben wir das deutlich zu spüren bekommen. Und seitdem wird über den Hochwasserschutz diskutiert. Es sind Überflutungsflächen notwendig, aber auch Richtlinien für das Bauen in hochwassergefährdeten Lagen, sofern es zwingend notwendig und nicht vermeidbar ist, dort zu bauen. Auch die Saaleauen müssen erhalten werden. Sie sind nicht nur ein Erholungsgebiet, sondern auch ein Lebensraum für zahlreiche Tiere." (Zitiert nach Wahlinfo+). Im Gegensatz dazu glauben wir nicht, dass Bauen in hochwassergefährdeten Lagen (ausgenommen Bestandsschutz) überhaupt sinnvoll oder notwendig ist. Auch Frau Heinemann kann sich wohl wenig Chancen ausrechnen. Aber es sind auch Überraschungen möglich.
Bei Wolfgang Aldag von den Grünen können wir uns sicher sein, dass er sich mit der Materie Saale und Saaleauen gut auskennt, engagiert er sich doch seit Jahren mit dem Saalestammtisch. Für ihn ist der Fluss sogar ein eigenes politisches Thema, hier zu sehen... Als Direktkandidat kann er sich aber eher wenig Chancen ausrechnen. Immerhin hat er von der Ästhetik den besten Internetauftritt. Heutzutage tritt man eher beim Zwitschern und gesichtsbuchen alle platt... andere Geschichte.

Rio und die Ente

Dienstag, 8. März 2016

Es sind wieder Wahlen ...

Es sind wieder Wahlen, Kandidaten im Peißnitzhaus
Der Landtag in Sachsen-Anhalt wird gewählt. Die Parteien bzw. ihre Vertreter begeben sich wieder zu den Bürgern. So auch am Sonntagnachmittag im Peißnitzhaus zu einem Wahlforum geschehen. Die stark nach rechtsaußen abgedrifftete AfD war nicht eingeladen. Wer Kandidaten für den Wahlkreis Saaleaue erwartet hatte, wurde bitte enttäuscht: Es waren die üblichen Häuptlinge bzw eine Häuptlingsfrau der Parteien, die auch sonst im Vordergrund stehen. Dementsprechend verschlafen wirkte die Veranstaltung auch. Der Ente und mir gab eine Diskussion über ein 200 Jahre alten Staatsvertrag mit den Kirchen den Rest, der für den aktuellen Wahlkampf und für die Probleme des Landes null Relevanz hat. Wir haben uns an diesen Tag von den Parteien abgewendet, werden aber diese Woche noch einmal genau die Kandidaten für den Wahlkreis Saaleaue anschauen, wer gestalten möchte, wer seine Karriere voran bringen möchten oder wer nur auf Krawall gebürstet ist. Betrachten möchten wir auch die Parteien, die nicht beim Wahlforum im Peißnitzhaus dabei sein durften, z.B. die FDP.
Wer es noch einmal nachhören möchte, findet den Mitschnitt auf den Seiten des Peißnitzhauses ...

Rio und seine Ente

Freitag, 26. Februar 2016

Neues vom Saaleufer im Februar 2016

Letzten Samstag in Halle: 5 Rechte auf dem Hallemarkt
Letzten Samstag, 20. Febr. hat Halle der rechtsradikalen Partei "Die Rechte" keinen Raum geboten. Der Marktplatz war für eine Gegenveranstaltung reserviert worden. Die Initiativen der Stadt sollten sich mit Kreidebemalung auf dem Markt vorstellen. Leider begann es zu regnen. Im Nachhinein hat es sich herausgestellt, dass "Die Rechte" um den bekannten Rechtsaußen Christian Worch kein Dutzend Getreuer in Halle aufbieten konnte. Auf dem Hallmarkt verbannt, von der Polizei beschützt oder bewacht (so richtig wurde das nicht klar) hat die MZ 11 Rechte, Hallespektrum 9 Rechte gezählt. Ich sah nur 5 Personen, die sich um einen Stand und um eine schwarz-weiß-rote Fahne gruppierten.
Kreidemalerei auf dem Markt

Da ist ja der Biber aktiver!

könnte man denken. Und dieser ist tatsächlich wieder am Saaleufer ordentlich am "Abholzen." (siehe Foto) In der Dämmerung habe ich ihn kurz sehen können (denke ich jedenfalls). Nun, die Spuren an den Bäumen sind eindeutig.
Abgeholzt wird noch an anderer Stelle: Rund um die Gutsbrücke sind die Bäume verschwunden. Das hängt mit der Erneuerung der Brücke zusammen, die ab April 2016 beginnen soll. Bis April 2016 soll dagegen die "Renovierung" des Gutsparkes abgeschlossen sein. Allerdings traurere ich persönlich um einige große Bäume, die gefällt werden mussten (?, Gründe?).

Abholzung durch den Biber
Es geschieht also eine Menge an der Saale und auf der Peißnitz.

Euer Rio und seine Ente
und durch den Menschen
Die Arbeiten im Gutspark gehen voran, doch einige Bäume werden die Neugestaltung nicht mehr erleben